01
Was am 7. Juli übergeben wurde
Bildungsminister Gordon Hoffmann nahm knapp 10.000 Unterschriften der LER-Aktion „Unterricht statt Ausfall – verlässliche Bildung für Brandenburg“ entgegen. Für eine erfolgreiche Volksinitiative wären 20.000 gültige Unterstützungen erforderlich gewesen.
Der formale Weg endete damit ohne Volksinitiative. Das inhaltliche Anliegen bleibt jedoch bestehen: regulären Unterricht erhöhen, Vertretung und ersatzlosen Ausfall senken und die Folgen des Lehrkräftemangels dauerhaft sichtbar halten.
02
Die gemeinsame und die strittige Linie
LER und MBJS benennen Unterrichtssicherung als gemeinsames Ziel. Das Ministerium setzt den Schwerpunkt auf die Absicherung des Unterrichts und einen längerfristigen Strategie- und Beteiligungsprozess.
Der LER verbindet diesen Prozess mit einer klaren Wirkungserwartung: Die Übergabe soll kein Abschluss sein. Er fordert eine spürbare Verbesserung und will den weiteren Prozess kritisch, konstruktiv und lösungsorientiert begleiten.
03
Welche Ausgangsdaten vorliegen
Nach Angaben des Ministeriums fielen im Schuljahr 2024/25 an öffentlichen Schulen 322.000 Unterrichtsstunden ersatzlos aus. Das entsprach 2,2 Prozent von insgesamt 14,4 Millionen Stunden. Im Schuljahr 2023/24 lag der Anteil bei 2,4 Prozent, im ersten Halbjahr 2025/26 bei 2,1 Prozent.
Solche Landeswerte beschreiben die Größenordnung, aber nicht die gesamte Wirkung. Für Familien ist zusätzlich relevant, in welchen Fächern, Jahrgängen und Regionen Ausfall entsteht und welche Förderung oder Abschlussvorbereitung dadurch verloren geht.
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Der nächste öffentliche Prüfpunkt
Der angekündigte Strategie- und Beteiligungsprozess muss Ziele, Zuständigkeiten, Zeitpunkte und überprüfbare Kennzahlen benennen. Die Website führt deshalb Ankündigung, Umsetzung und Wirkung getrennt.
Elternhinweise ergänzen die amtliche Statistik nicht als Gegenrechnung, sondern als Kontext: Wo wird Unterricht fachgerecht vertreten? Wo entfallen Förderangebote? Wo entstehen über längere Zeit strukturelle Lücken?